Welche Rolle spielt die Digitalisierung für den Einzelhandel?

Eine ganz signifikante Rolle. Denn der Endkunde steuert heute zuerst im Internet ein Produkt an, bevor er sich überhaupt in das entsprechende stationäre Geschäft begibt. Häufig kennt er die Marke auch nur online und weiß gar nicht, wo sich der Einzelhändler in seiner Nähe befindet. Das heißt für den stationären Handel, die eigene Marke zunächst online zu stärken, um davon dann offline zu profitieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Zalando. Der Einzelhändler muss aus der Perspektive des Kunden denken, wenn er seine Produkte verkaufen möchte. Hier dient auch Zalando wieder als gutes Beispiel. Der Endkunde sucht die Marke fast ausschließlich online auf, vergleicht die Preise einzelner Produkte, kauft direkt oder steuert dann direkt das Sportgeschäft in der Innenstadt an, um das Produkt zu probieren. Das heißt, die Entscheidung welcher Preis, welches Produkt und natürlich auch bei welchem Händler, wird online getroffen.

In der Sportartikelbranche gibt es dafür gute Beispiele. Das sind spezielle Trendsportarten wie Slaglines oder Klettern. Endkunden suchen zuerst im Netz nach passender Ausrüstung und Kleidung zu diesen speziellen Sportarten. Das ist eine große Chance für stationäre Händler, die zu diesen Nischensportarten Produkte nicht mehr direkt ausstellen müssen, sondern in erster Linie online beziehbar machen. Oder nehmen wir Fanartikel zu Fußball-Vereinen. Hier kann das Online-Sortiment eine ganz andere Produkttiefe abbilden. Damit das auch reibungslos klappt, besteht für den gewohnt stationären Händler die Herausforderung, den technischen, konzeptionellen und vertrieblichen Link zwischen Online- und Offline-Verkauf herzustellen. Das ist nicht immer ganz einfach, denn die beiden Vertriebswege funktionieren unterschiedlich. Warum ist die Verbindung dieser beiden Welten notwendig? Weil der Endkunde ungeachtet des Kanals, überall sein Einkaufserlebnis in gleicher Weise vorfinden möchte.